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Goethe Prüfung B2 – Sprechen – Teil 2

Hart aber herzlich: wie man erfolgreich diskutiert in der Goethe Prüfung B2 – Sprechen – Teil 2

 

*Zur besseren Lesbarkeit und Einfachheit wurde in diesem Blog auf spezielle Genderangaben verzichtet. Das männliche Geschlecht steht hier stellvertretend und gleichberechtigt für alle Gender.

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Goethe B2 Sprechen Teil 2

„Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein – sondern Gewinn!“  

Schon Joseph Joubert, ein Moralist aus Frankreich, wusste, wie man eine gelungene Diskussion führt und was dabei wichtig ist. Das Diskutieren ist nicht immer einfach und will gelernt sein. Aus diesem Grund ist es auch Teil der mündlichen B2-Prüfung, denn es beweist, wie weit man in einer Sprache denken kann und wie gut man sie schlussfolgend beherrscht. Ein wichtiges Merkmal einer Diskussion ist dabei, wie Joubert auch betont, der Gewinn und nicht der Sieg. Es geht also darum, wie man verschiedene Gesichtspunkte zusammentragen und verstehen kann, und nicht darum, wer die Diskussion gewinnt. Letzteres ist nicht das Ziel. 

Im folgenden Blog wirst du erkennen, was Joubert genau damit meint. Außerdem wirst du Tipps kennenlernen, wie du durch deine Diskussion erfolgreich Gewinn erzielen kannst. Ich werde dir dafür zunächst die mündliche Prüfung kurz erklären. Daraufhin zeige ich dir Tipps und Regeln für deine Diskussion. Danach zeige ich dir wichtige Beispiele, die dich richtig auf die Prüfung vorbereiten.

Viel Spaß dabei!

 

1. Deine mündliche Prüfung B2 – Teil 2: Ablauf und Bewertung

Schon vor Teil 1 dieser Prüfung hattest du 15 Minuten Zeit dich vorzubereiten. Dabei hast du die Aufgaben bekommen, sowie die Möglichkeit dir Stichpunkte zu machen. Im zweiten Teil der mündlichen Prüfung sollst du nun mit deinem Gesprächspartner eine Diskussion führen. Dabei wird dir ein kontroverses Thema gegeben, worüber du deine eigene Meinung ausdrücken sollst und auf die des Gesprächspartners reagieren sollst. 

Die Bewertung deiner Aufgabe beinhaltet, im Gegensatz zum ersten Teil, nun ein weiteres Kriterium: Interaktion. Es handelt sich also jetzt um ein dialogisches Gespräch und keinen monologischen Vortrag mehr. Alle weiteren Kriterien, die sich die Prüfer anschauen, um dein Sprachniveau zu beurteilen, sind dieselben wie bei Aufgabe 1. Du kannst dir gerne den GER-Referenzrahmen in Ruhe durchlesen. Prüfungsinterne Kriterien, auf die die Prüfer achten werden, findest du auch im Modellsatz der Goethe Prüfung B2. 

2. Kritisch denken & fair bleiben: Die Schwierigkeit Vor- und Nachteile zu finden

Um dir die Meinungsfindung und Vorbereitung auf die Diskussion zu erleichtern, hilft es im Voraus etwas zu üben. Nimm dir ein Blatt Papier und suche dir ein Thema aus (siehe Themenliste-PDF). Schreib es in die Mitte des Blattes. Nun überlege dir, welche Gesichtspunkte es dazu geben kann. Versuche dich auch in andere Personen hineinzuversetzen und mögliche Meinungen, die sie vertreten könnten. Nun schreibe über dein Thema das Wort Pro oder mache ein + (Plus). Unter das Thema schreibst du Contra oder zeichnest ein – (Minus). Erstelle nun ein Mindmap mit Ideen, die dir zu dem Thema in den Kopf kommen. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Es kann auch sein, dass du Ideen verknüpfen musst. Deswegen ist ein Mindmap eine gute Möglichkeit Vor- und Nachteile zu finden und dir deine eigene Meinung gezielt zu bilden oder zu unterstützen. Diese Methode hilft dir dabei kritisch zu denken, denn man sollte in der Diskussion nicht lediglich alles bejahen oder verneinen. Gleichzeitig hilft es dir mögliche Gedankenansätze deines Gesprächspartners schon im Vornherein zu erahnen, damit du auch in der Diskussion später fair bleiben kannst in deiner Argumentation. 

3. Über Geschmack lässt sich streiten: wie man gekonnt diskutiert

Kritisch denken in der Vorbereitung und fair bleiben während des Gesprächs, sind Voraussetzungen für deine gelungene Debatte. Es kann passieren, dass dein Gesprächspartner komplett anderer Meinung ist, denn wie man weiß, haben Menschen unterschiedlichen Geschmack (= nicht Geschmack im Sinne von Essen, sondern im Sinne von Vorlieben und Überzeugungen). Darüber lässt es sich auch sehr schnell streiten, doch dazu darf es in deiner Diskussion nicht kommen. Ich werde dir hier Tipps geben, wie du erfolgreich ohne Stress diskutieren kannst und am Ende mit deinem Gesprächspartner gezielt eine Lösung finden kannst. Denn auch ein Meinungsunterschied kann eine Lösung sein, denn der Sinn der Diskussion ist ja der Gewinn.

Diskussionstypen

Es gibt verschiedene Formen von Argumenten, die man in einer Debatte benutzen kann, um sie gezielt zu strukturieren. Hier habe ich einige Typen ausgesucht, die du anwenden kannst.

  • Analogisierendes Argument 
    • Stelle einen Vergleich auf zu einem anderen Beispiel, das du kennst. Somit stärkst du dein Argument.
  • Autoritätsargument 
    • Falls du Experten und berühmte Persönlichkeiten (Politiker etc.) kennst, die mit deinem Thema zu tun haben, kannst du sie als Beispiel nennen und ihre Argumente mit einbringen. Das unterstützt deinen Standpunkt.
  • Faktenargument 
    • Vielleicht hast du vor Kurzem etwas über das Thema gelesen und kannst direkte Fakten nennen, wie zum Beispiel aus wissenschaftlichen Studien oder den Nachrichten. Das macht dein Argument seriös. Passe allerdings auf, welche Quellen du für deine Fakten benutzt. Instagram, Twitter und Boulevardzeitungen sind nicht immer geeignete Quellen.
  • Normatives Argument
    • Du kannst dich auch auf allgemeine gesellschaftliche Normen und Werte beziehen und diese mit denen in deinem Heimatland vergleichen.

Dabei ist es immer wichtig dein Argument logisch darzustellen. Außerdem kannst du auch deine eigenen Erfahrungen (als Experte in eigener Sache) mit einbringen. Du darfst sie allerdings nicht auf die Allgemeinheit übertragen (Stereotypen), sondern solltest sie als eigene Erfahrungen kennzeichnen. 

Verhaltensregeln

Wie schon gesagt, über Geschmack lässt sich streiten. Daher ist es wichtig, sich an bestimmte Regeln zu halten, damit man fair bleibt und nicht vom Thema abkommt. Merke dir die nächsten Leitlinien und deine Argumentation hat gute Voraussetzungen erfolgreich zu sein. 

 

  • fair bleiben
    • nicht beleidigen
    • sich selbst nicht beleidigt fühlen
    • möglichst keine Grundsatzdiskussionen (Religion etc.)
  • aktiv zuhören und angemessen reagieren
  • ausreden lassen
    • falle deinem Partner nicht ins Wort, sei geduldig
    • reagiere angemessen, falls er/sie dir ins Wort fällt
  • Empathie zeigen
    • Zeige, dass du die Meinung des anderen verstehst. 
    • Verdeutliche freundlich, wenn du vielleicht anderer Meinung bist.
  • relevante und nachvollziehbare Argumente geben

Merke! Ihr seid ein Team! Auch, wenn dein Gesprächspartner anderer Meinung ist, vergiss nicht, dass ihr als Team arbeiten solltet und euch nicht die Prüfung gegenseitig erschwert.

Oh je! Was mache ich, wenn wir die gleiche Meinung haben? Kein Problem! Ihr könnt gegenseitig trotzdem Vor- und Nachteile zusammenstellen und ein aktives Gespräch führen. Falls du also mal ins Stocken kommst, kannst du ganz einfach deinen Gesprächspartner fragen, was er dazu meint oder ob er noch weitere Ideen hat. Ein flüssiger Gesprächsfluss und eine aktive Teilnahme sind hier sehr wichtig!

MERKE!

Die wichtigsten Schlagworte für deine erfolgreiche Diskussion sind: Sei FAIR & AKTIV!

Das Ziel eurer Diskussion ist es schließlich eine gemeinsame Lösung zu finden. Das geht sehr gut, wenn man gleicher Meinung ist, aber kann auch mit einem Meinungsunterschied geschehen. Es geht letztendlich darum einen gemeinsamen Argumentationsweg zu erstellen und nicht darum, wer am Ende siegt. Interaktion ist Teil der Bewertung!

4. Aus dem Stehgreif überzeugen können – Tipps zu deiner Vorbereitung und Diskussion

Vor der Prüfung

 

Eine gute Methode zur Vorbereitung ist es, die Verhaltensregeln zu kennen und sich einzuprägen. Außerdem kann es helfen, wenn du dich auf aktuelle Themen vorbereitest. Du kannst zum Beispiel einige Wochen oder Tage vor der Prüfung Nachrichten schauen oder Zeitung lesen, um:

  • auf dem aktuellen Stand zu sein und 
  • Fakten und Expertenmeinungen in deine Diskussion miteinbringen zu können 

(siehe Diskussionstypen).

Du solltest dir im Vornherein einige Redemittel für gute Satzanfänge und -einleitungen anschauen und merken. Damit kannst du dann deine Diskussion gliedern und auf aktive und dialogische Weise das Gespräch leiten. 

Eine wichtige Vorbereitung ist das eigentliche Üben einer Diskussion. Ein Klassenkamerad oder ein Freund kann dir dabei helfen. Suche dir ein Beispielthema aus und simuliere die Prüfungssituation:

  • 15 Minuten Vorbereitungszeit – Vorbereitung Aufgabe 1 = ca. 8 Minuten für die Diskussion
  • mache dir Notizen, wie du das auch in der Prüfung tun würdest (siehe etwas weiter unten)
  • Nimm das Gespräch mit einer Kamera auf und reflektiere danach, was du verbessern kannst.
  • Wenn möglich, lass deinen Partner verschiedene Situationen nachspielen:
    • Gesprächspartner, der wenig oder nur schlecht spricht
    • Gesprächspartner, der etwas aggressiv wirkt und gegen deine Meinung ist
    • Gesprächspartner, der komplett derselben Meinung ist und alles bejaht

 

Während der Prüfung

Leider kann man sich nur wenig auf eine Diskussion vorbereiten, da man das Thema nicht kennt. Man muss also „aus dem Stehgreif“ Informationen finden und Argumente vertreten, ohne vorher eine detaillierte Nachforschung betreiben zu können. Deshalb kann es auch hilfreich sein, in der Prüfung einige Tipps zu beachten. 

In deiner Vorbereitungszeit, bevor die Aufgabe 1 und 2 präsentiert bzw. diskutiert werden müssen, hast du Zeit Notizen zu machen. Pass dabei gut auf, dass du nicht zu viel Zeit mit Aufgabe 1 verbringst. Setze dir am besten ein Zeitlimit für jede Aufgabe, denn du hast während deiner Diskussion auch nochmal Zeit nachzudenken und du kommst vielleicht während des Gesprächs mit deinem Partner auf neue Ideen und Argumente. Außerdem fällt dir ein Thema vielleicht einfacher als das andere. Gib dir also für das schwierige Thema etwas mehr Zeit zum Überlegen. Bleibe auch nicht in einer Aufgabe stecken, falls dir nichts mehr einfällt. Dann gehe lieber weiter zur nächsten Aufgabe. Denn zwei halb gelöste Aufgaben sind besser als nur eine vollständige. Auch kannst du dir schon einmal eine geeignete Aufteilung und Gliederung überlegen, wie du deine Argumente darlegen möchtest. Markiere dir wichtige Redewendungen an den Seitenrand, damit du sie nicht vergisst. 

Wie weiter oben beschrieben: Vergiss nicht, kritisch zu denken! Es ist sehr hilfreich verschiedene Perspektiven zu sehen und zu verstehen. Somit kannst du dir auch in deiner Vorbereitung schon überlegen, wie du darauf reagieren kannst und welche Gegenargumente du geben kannst. 

In deiner Prüfung ist es wichtig, dass du nicht nur auf den Inhalt deines Gesagten achtest, sondern auch auf die Sprache selbst. Grammatik ist hier nicht das Wichtigste und darauf solltest du dich auch nicht versteifen, denn darunter kann dein Redefluss leiden, welcher wiederum sehr wichtig ist. Finde eine gute Lautstärke und Geschwindigkeit deiner Sprache! Du möchtest gerne überzeugen, aber dafür muss man z.B. nicht laut werden oder besonders schnell sprechen. Wie auch schon in Aufgabe 1, sollte es deine Aufgabe sein, Mimik und Gestik gekonnt zu nutzen, um deine Meinung herüberzubringen und das Gesagte zu unterstützen. Versuche dabei nicht zu nervös zu sein, bzw. verstecke deine Nervosität, indem du z.B. nicht mit deinen Notizen oder deinem Stift spielst.

Leider kann man sich in Aufgabe 2 der Prüfung kein Thema aussuchen. Das macht die Vorbereitung dafür also noch schwieriger. Allerdings sollte dich das nicht aus der Bahn werfen. Es wird dir keiner Übel nehmen, wenn du dazusagst, dass du dich mit diesem Thema noch kaum befasst hast, aber trotzdem gerne deine Meinung vertreten möchtest. Um diese Situation so gut wie möglich zu überbrücken, kannst du dir im Voraus schon einmal einige mögliche Themen anschauen und ein paar davon üben. Versuche dir dabei die schwierigsten herauszusuchen. Hier stelle ich dir zwei Themen vor, zu welchen ich auch einen Beispieldialog verfasst habe. Es gibt auch hier kein Richtig oder Falsch. Es dient lediglich als Beispiel und soll Ideen zur eigenen Argumente-Findung geben. 

Sollen Tierversuche verboten werden?

 

  • Tauschen Sie Ihren Standpunkt und Ihre Argumente aus. 
  • Reagieren Sie auf die Argumente Ihres Gesprächspartners. 
  • Fassen Sie am Ende zusammen: Sind Sie dafür oder dagegen?

Sollen alle Benzin- und Dieselautos abgeschafft werden?

 

  • Tauschen Sie Ihren Standpunkt und Ihre Argumente aus. 
  • Reagieren Sie auf die Argumente Ihres Gesprächspartners. 
  • Fassen Sie am Ende zusammen: Sind Sie dafür oder dagegen?

Jetzt atme nochmal tief durch! Diesen Teil der Prüfung schaffst du nun auch und du kannst überzeugend diskutieren. Viel Glück in der Prüfung! 

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