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Goethe Prüfung B2 – Schreiben – Teil 1

Schritt-für-Schritt: Spaß am Schreiben in der Goethe Prüfung B2 – Schreiben – Teil 1

 

*Zur besseren Lesbarkeit und Einfachheit wurde in diesem Blog auf spezielle Genderangaben verzichtet. Das männliche Geschlecht steht hier stellvertretend und gleichberechtigt für alle Gender.

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Goethe B2 Schreiben Teil 1

Oft hört man, dass Schreiben der schwierigste Teil beim Sprachenlernen sei. Dabei ist er aber auch ein sehr wichtiger, denn alle Teile gehen dabei Hand-in-Hand. Wer gut schreiben kann, ist oft auch sicherer in anderen Gebieten der Sprache. Gerade das schreckt viele Leute, die Sprachen lernen und in eine Prüfung müssen, ab. Aber mach dir keine Sorgen! Ich gebe dir eine Schritt-für-Schritt Vorgehensweise, die du in der Prüfung benutzen kannst, um erfolgreich zu sein. Dabei kannst du dir das Schreiben zum Vergnügen machen und nicht zu einer gezwungenen Unannehmlichkeit. 

Zunächst schauen wir uns kurz den Aufbau der Prüfung an. Dann gehen wir direkt in die Schritt-für-Schritt Anleitung über, wobei ich dir auch einige Beispiele zeigen werde. Natürlich zeige ich dir auch, wie du dich vor der Prüfung zuhause gut vorbereiten kannst. Atme tief durch, schüttle die negativen Gedanken ab und versuche Spaß dabei zu haben, weil dir dann alles schon ein wenig einfacher fallen wird. Los geht’s!

 

1. Prüfungsaufbau und -bewertung

In dieser Prüfung bekommst du zwei Aufgaben, die du in einer Reihenfolge deiner Wahl bearbeiten kannst. Insgesamt hast du dann dafür 75 Minuten Zeit. Die erste Aufgabe, mit der wir uns in diesem Blog befassen, dauert normalerweise ein wenig länger als die zweite, daher solltest du dir dafür mehr Zeit einplanen (ca. 50 Minuten). Es kann natürlich sein, dass dir eine Aufgabe einfacher als die andere fällt. Dann bleibe nicht in der schwierigen stecken und pass auf, dass du die Zeit nicht vergisst. Gehe lieber zur einfacheren Aufgabe über, damit du die auch erledigt hast. Für beide Aufgaben bekommst du dann insgesamt 100 Punkte. Wie das alles bewertet wird, hängt von mehreren Kriterien ab, die du dir aber im Vornherein schon einmal anschauen kannst. Es gibt prüfungsinterne Kriterien, sowie den GER-Referenzrahmen, an den sich die Prüfer bei der Bewertung halten müssen. Letzteres kannst du dir gerne im Internet mal anschauen. Die Goethe-Kriterien findest du auch im Modelsatz zur Prüfung B2.

Du bekommst in der Prüfung dann ein Aufgabenblatt, Antwortbögen und Notizblätter dazu. Im Teil 1 der schriftlichen Prüfung wird dir dann ein Thema vorgegeben mit einem dazugehörigen Foto. Dazu werden dir vier Leitpunkte gegeben, die dir Anregungen zum Textaufbau und -inhalt geben sollen. An diese vier Punkte MUSST du dich halten! Sobald inhaltlich einer fehlt, bekommst du Punktabzug. Wenn du sie gar nicht beachtest, bekommst du automatisch 0 Punkte auf Aufgabe 1, auch wenn du einen super Text geschrieben hast. Dein Text sollte dann mindestens 150 Wörter haben.

2. Schritt-für-Schritt: Ordnung ist das halbe Leben

Nun geht es los. Du sitzt in der Prüfung, hast deine Aufgaben und Schreibblätter vor dir und sollst nun loslegen. Wenn man dann nicht weiß, wie man vorgehen muss, kann es schon einmal in Chaos ausarten und die Zeit reicht dann keineswegs aus. Deswegen, Ruhe bewahren! Atme tief durch und denke daran: Ordnung ist das halbe Leben. Platziere deine Zettel so, dass du sie alle im Blick hast. Zunächst brauchst du deine Antwortbögen erst einmal gar nicht, denn du sollst nicht einfach drauf zu schreiben. Deine Gedanken, sowie dein Text danach, sollten sinnvoll geordnet sein.

a. Lesen – Konzentriere dich!

Du kennst vielleicht das Thema nicht so gut, oder hast plötzlich super viele Ideen im Kopf. Egal, bleibe erstmal ganz ruhig und fang gar nicht erst an zu schreiben. Es ist jetzt wichtig, dass du dich vollkommen auf das Thema und die vier Leitpunkte konzentrierst. Schau dir in Ruhe das Foto an und lies dir langsam die Informationen durch. Wenn du dich beeilst, kann es sein, dass du etwas überliest und du dann einen Leitpunkt falsch in deinen Text einbaust. 

Das Bild dabei, soll dir einen Anreiz geben breiter zu denken. Denke kritisch in deiner Argumentationsfindung. Überlege, was positive und negative Aspekte sind und welche Alternativen es gibt. Du kannst dir auch in den Leitpunkten die wichtigsten Schlagworte unterstreichen. (Die Inhaltspunkte sind ungefähr immer gleich, nur das Thema unterscheidet sich.) Stelle dann sicher, dass du auch die formalen Anforderungen verstanden hast zum Inhalt, Aufbau und Umfang des Textes, den du nun erstellen sollst.  

b. Notizen – Effizienz ist das A&O

Deine Notizen sind ausschlaggebend dafür, wie dein Text letztendlich ausfällt. Wenn du keine Ordnung in deinen Notizen hast, wird es auch schwierig deinen Text logisch zu gestalten. Mindmaps sind eine gute Variante Ideen aufs Blatt zu bekommen und gleichzeitig in eine Struktur zu bringen. Du kannst dir auch normale Stichpunkte machen, aber versuche eine Variante zu finden, die dir einfach fällt und effizient ist. Denn wichtig ist nun, den Überblick zu behalten. Dabei solltest du dir deine Stichpunkte in bestimmte Felder unterteilen: Einleitung – Hauptteil – Schluss. In den Hauptteil gehören dann, die vier gegebenen Inhaltspunkte. Dabei handelt es sich oft um deine eigene Meinung, Gründe, andere Möglichkeiten und Vorteile/Nachteile. Eine gute Idee ist es auch, geeignete Redemittel, die dir während der Notizbearbeitung einfallen, an die passende Stelle zu notieren. (Es passiert sehr schnell, dass man dann im Schreibfluss ist und einen guten Satzanfang einfach vergessen hat. Dann kann es passieren, dass du komplett aus dem Schreiben kommst, was dir wiederum viel Zeit kosten wird.)

c. Schreiben – den roten Faden nicht verlieren

Nun geht es los. Durch deinen gut aufgebauten Notizzettel kannst du nun entspannt deine Ideen in Sätze umformulieren. Dabei helfen dir auch die Redemittel, die du dir vor der Prüfung angeschaut und teilweise vielleicht sogar eingeprägt hast. Das Schreiben fällt durch die gute Vorbereitung nun viel einfacher. Falls dir während dem Schreiben neue Ideen kommen, kannst du die natürlich mit einbringen. Passe aber auf, dass du den roten Faden nicht verlierst. Das heißt, dass du bei deinem Thema bleibst und nicht zu sehr davon abschweifst. Es kann passieren, dass du dann einen bestimmten Punkt viel zu genau erklärst und danach nicht mehr genügend Zeit für die wesentlichen Inhaltspunkte hast. Deswegen solltest du so genau wie möglich deinem gut vorbereiteten Notizplan folgen. 

Dein Text sollte neben dem Inhalt natürlich auch grammatikalisch korrekt sein. Außerdem ist der Satzbau wichtig. Damit du Abwechslung in deinen Text bringst, solltest du Nebensätze benutzen und nicht immer mit denselben Satzanfängen beginnen. Variiere sie mit Wörtern wie: 

  • Außerdem…
  • Dazu kommt noch, dass…
  • Zusätzlich….
  • Einerseits…, andererseits…
  • Ebenfalls…

Vergiss nicht, deinen Text gut abzuschließen. Du denkst, du hast alle Inhaltspunkte eingebracht? Super! Du bist aber noch nicht fertig. Es ist wichtig, einen guten Schlussteil anzufügen. Einleitungs- und Schlussteile kannst du zuhause schon im Vornherein etwas üben. Die kann man dann direkt in der Prüfung an das Thema anpassen.

d. Prüfen – Doppelt hält besser

Dein Text ist jetzt wirklich fertig? So ganz würde ich darauf nicht vertrauen. Besonders in Prüfungssituationen kann es zu Leichtsinnsfehlern kommen, die man gar nicht bemerkt. Deswegen lautet hier das Motto: Doppelt hält besser! Lies dir deinen Text mindestens noch ein Mal durch. Wenn du genügend Zeit hast, kannst du ihn ganz am Ende auch noch einmal überfliegen, um sicher zu gehen, dass du auch alle „Fehlerteufel“ erwischt hast. 

Aber wie prüfe ich meine eigenen Fehler? Lass dich dabei nicht verrückt machen und versuche nicht alle Fehler auf einmal zu finden. Gehe hier auch wieder Schritt-für-Schritt wie folgt vor:

  • Ist mein Text richtig gegliedert in Einleitung, Hauptteil, Schluss?
  • Habe ich im Hauptteil alle vier Inhaltspunkte bearbeitet?
  • Stimmt meine Groß- und Kleinschreibung? (Artikel-Check!)
  • Habe ich Kommas vergessen vor Nebensätzen?

Achte besonders auf:

  •  ,dass    ,wenn   ,weil    ,denn    ,daher …
  • Relativsätze
  • Da, wo du korrigiert hast: Stimmt mein Satzbau nun noch? Macht mein Satz noch Sinn?
  • Habe ich Verben und Adjektive verwendet? Stimmen sie (noch)?

Du musst nicht alle diese Punkte durchgehen, da wir nicht wissen, wieviel Zeit du hast. Aber es hilft, wenn du wenigstens die ersten paar Punkte zum Prüfen nutzt. Gehe aber auf jeden Fall der Reihenfolge nach, sonst wird dein Überprüfen durcheinander und du wirst weniger mögliche Fehler finden.  

Vergiss nicht: Fehler machen ist menschlich! Und, aus Fehlern lernt man! Sie sind also sogar ein wichtiger Teil, um überhaupt etwas zu lernen. Du machst das schon gut so!

3. Bereite dich gut auf die Prüfung vor!

Da man sich das Thema der schriftlichen Prüfung leider nicht aussuchen kann, erschwert das die Vorbereitung beträchtlich. Aber, es gibt trotzdem Tipps, wie du dich gut auf die Prüfung vorbereiten kannst. 

a. Übung macht den Meister

Dieses Sprichwort gibt es nicht ohne Grund. Wie du durch dein Deutschlernen weißt, ist es wichtig Dinge zu üben, das heißt sie zu wiederholen. Das kann dir auch hier behilflich sein. Schreiben ist eine sehr wichtige Tätigkeit, die andere Teile deines Wissens und deiner Fähigkeiten verbessert. Das gilt nicht nur für deine Muttersprache, sondern auch für Deutsch. 

Schon Wochen vor der Prüfung solltest du das Schreiben üben. Das müssen nicht zwingend dieselben Aufgaben sein, wie für die Prüfung. Du kannst auch, wenn du ein interessantes Thema in den Nachrichten hörst, einen kleinen Text darüber verfassen. Dabei kannst du gerne einfach erst einmal drauf losschreiben, um ein Gefühl für das Schreiben zu bekommen. Du kannst aber auch direkt, wie in der Prüfungsaufgabe auch, eine Art Forumsbeitrag schreiben, indem du Gründe, Vorteil und Nachteile und so weiter aufzeigst. Richtig gut im Schreiben wird man erst, wenn man es öfter übt. Starte dabei mit Themen, die dich interessieren und gehe dann langsam zu schwierigen über. Denn es hilft auch, Themen, die dir schwerfallen, mal genauer anzuschauen, damit du in der Prüfung nicht überfordert bist, falls ein solches dann gefragt ist.

b. Experte in eigener Sache

Eine gute Idee ist es auch, dir einige Wochen vor der Prüfung in mehreren Gebieten Wissen anzueignen. Dafür kannst du zum Beispiel die Nachrichten schauen oder Zeitung lesen. Dein Wissen kannst du dann in deinen Text mit einfließen lassen. Passe aber dabei auf, dass du dich nicht zu sehr auf Information aus unseriösen Webseiten oder Boulevardmagazinen stützt. Denn die Informationen, die deine Argumente dann unterstützen sollen, müssen Wahrheitsgehalt haben. 

c. Redemittel und Satzanfänge

Wie du in der Schritt-für-Schritt-Anleitung gesehen hast, sind Redemittel eine gute Möglichkeit deinen Text zu strukturieren und ihm einen schönen Schreibfluss zu geben. Dadurch wirkt er weniger stockend, sondern flüssig und lässt sich besser lesen. Außerdem versteht der Leser, in dem Fall der Prüfer, wo du dich gerade gedanklich befindest, und somit kann er deiner Argumentation besser folgen. 

Also, mit ein bisschen Übung und einer konkreten Vorgehensweise, kann auch dir das Schreiben leicht von der Hand gehen. Im Allgemeinen rate ich es jedem, ab und zu einen kurzen Text zu schreiben. Das Strukturieren der Ideen und Verfassen in Worte ist eine gute Übung für das Gehirn, erweitert den eigenen Horizont und hilft dir auch in anderen Lebensbereichen erfolgreicher zu werden. Zum Beispiel reicht es schon, wenn man einer Freundin manchmal einen Brief schreibt, Tagebuch führt oder Blogbeiträge verfasst. Es soll schließlich Spaß machen.


Wir sehen uns im nächsten Teil der schriftlichen Prüfung wieder. Viel Glück mit Aufgabe 1 und bis dahin: Tschüß!

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